Telearbeit in der Schweiz immer beliebter
Wie in vielen Staaten steht auch in der Schweiz die Gesellschaft vor großen strukturellen Umbrüchen. So sind zahlreiche Veränderungen zu beobachten, deren Ursache in der sich wandelnden Alterstruktur sowie der zunehmenden Verschmelzung von Berufs- und Privatleben zu sehen sind. Schweizer Unternehmen haben diesen Trend längst erkannt und reagieren mit flexiblen Arbeitszeitmodellen auf die individuellen Ansprüche ihrer Arbeitnehmer. So gehen immer mehr Schweizer ihrer täglichen Arbeit am heimischen PC nach, um Beruf und Freizeit unter einen Hut zu bringen. So arbeiten bspw. seit acht Jahren rund 40% der ca. 3000 Angestellten von IBM Schweiz von zu Hause oder direkt von ihren Kunden aus.
Dass sich die Telearbeit auch in der Schweiz einer immer größeren Beliebtheit erfreut, dafür sprechen vielerlei Gründe. So haben viele Schweizer Unternehmen erkannt, dass die Präsenz am Arbeitsplatz letztendlich nicht ausschlaggebend für die zu erbringenden Ergebnisse ist. Wesentlich mehr Einfluss nehmen so genannte softe bzw. soziale Faktoren. So ist die Verschmelzung von Berufs- und Arbeitsleben nicht nur ein zu beobachtender Trend, sondern ein gewünschter Nebeneffekt, um störende Interessenskonflikte zu vermeiden. Ebenfalls wirkt sich die „Heimarbeit“ positiv auf die Mitarbeiterzufriedenheit und die allgemeine Leistungsbereitschaft aus. Das Modell der Telearbeit birgt aber auch Risiken und viele Unternehmer tun sich schwer, ihre Angestellten in eine gewisse „Eigenständigkeit“ zu entlassen. Dem oft kritisierten Kontrollverlust gegenüber den Angestellten steht jedoch der enorme Vorteil der freien Zeiteinteilung entgegen, welche die beruflichen und privaten Interessen noch besser in Einklang bringen lässt. Trotz all ihrer mitgebrachten Vorteile, wird die totale Telearbeit – das ausschließliche Arbeiten vom heimischen PC aus – von den meisten Schweizer Unternehmen jedoch abgelehnt. Der Trend im kleinen Alpenstaat geht aber klar hin zu flexiblen und für die Arbeitnehmer als auch die Arbeitgeber attraktiven Arbeitszeitmodellen.